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Die unsichtbare Last – und warum ich sie nicht mehr trage

oder: wieso ich mit 3 Kindern mehr Zeit für mich habe, als mit einem
13. Januar 2026 durch
Die unsichtbare Last – und warum ich sie nicht mehr trage
Stefanie Figueroa-Beise

Zurzeit lese und höre ich ständig von der unsichtbaren Last, die Frauen mit sich tragen.

Mental Load. Verantwortung. Immer-mitdenken. Immer-funktionieren.

Und ja – ich fühle es.
Ja – ich kenne das.
Ja – ich habe es selbst lange getragen.

Und gleichzeitig möchte ich eines klar sagen:
Ich bin absolut kein Fan von altmodischen Rollenbildern und starren Aufgabenverteilungen. Nicht in der Theorie – und schon gar nicht in meinem Leben.

Ich habe diese Last heute nicht mehr.

Nicht, weil sie „plötzlich verschwunden“ wäre.
Nicht, weil mein Leben leichter geworden ist.
Sondern weil ich aufgehört habe, Erwartungen zu erfüllen.

Erwartungen sind leise – aber mächtig

Erwartungen kommen selten als klare Forderung daher.
Sie schleichen sich ein.
Sie klingen nach „Das macht man halt so“,
nach „Das gehört sich“,
nach „Das wird von dir erwartet“.

Erwartungen von:

  • dem Partner
  • den Eltern
  • der Herkunftsfamilie
  • der Gesellschaft
  • manchmal sogar von Frauen an Frauen

Und oft tragen wir sie weiter, ohne sie jemals bewusst gewählt zu haben.

Mein Leben ist kein Erfüllungsgehilfe

Ich habe irgendwann entschieden:
Mein Leben soll nicht bestimmt werden von Erwartungen.
Nicht von denen meines Mannes.
Nicht von denen meiner Eltern.
Und schon gar nicht von denen unserer Gesellschaft.
Das bedeutet nicht Rücksichtslosigkeit.
Das bedeutet nicht Egoismus.
Das bedeutet Selbstverantwortung.

Ich lebe mein Leben – bewusst

Ich erziehe meine Kinder so, wie ich es für richtig halte.
Ich organisiere unseren Alltag so, wie es für uns passt.
Ich setze Prioritäten, die meiner inneren Wahrheit entsprechen – nicht fremden Maßstäben.
Nicht perfekt.
Nicht immer bequem.
Aber ehrlich.
Und genau hier wird die unsichtbare Last leichter:
Nicht, weil weniger Aufgaben da sind – sondern weil ich sie nicht mehr aus dem Gefühl heraus trage, es allen recht machen zu müssen.

Freiheit beginnt innen

Die größte Befreiung war nicht, dass jemand mir etwas abgenommen hat.
Die größte Befreiung war, dass ich mir erlaubt habe, Erwartungen zu hinterfragen – und loszulassen.

Denn ein Leben, das sich ständig an fremden Erwartungen orientiert, fühlt sich irgendwann fremd an.

Und das darf sich ändern.


Vielleicht ist genau das der erste Schritt:

Nicht alles tragen, was dir hingereicht wird.
Nicht jede Rolle übernehmen, die dir zugeschrieben wird.
Du darfst dein Leben gestalten.
Auf deine Weise.
Und niemand sonst.

Wieder hören lernen – auf sich selbst

Ein wesentlicher Teil dieses Loslassens ist, wieder auf die eigenen Bedürfnisse zu hören. Wirklich zu hören. Nicht auf das, was laut ist, glänzt oder von außen als „erstrebenswert“ verkauft wird. Oberflächliche Ablenkungen halten uns beschäftigt, aber sie nähren uns nicht. Sie überdecken oft nur die innere Leere oder die Erschöpfung, die entsteht, wenn wir uns selbst zu lange übergehen. Und genauso wenig dürfen wir uns über materielle Dinge definieren – über Besitz, Status oder äußeren Schein. Unser Wert entsteht nicht durch das, was wir haben, sondern durch das, was wir sind. Durch unsere Präsenz, unsere Werte, unsere Haltung. Erst wenn wir wieder lernen, nach innen zu hören, statt uns im Außen zu verlieren, entsteht echte Klarheit – und mit ihr eine Form von Freiheit, die nichts mit Konsum zu tun hat.

Es ist nie NUR tanzen, singen, Gymnastik, ...
es ist so viel mehr